Alltag mit PAH - Welche körperliche Aktivität ist möglich?

Der wichtigste Grundsatz für jeden Betroffenen lautet:

Belasten ja, überlasten nein!

Bei einer Überlastung kann zu einem weiteren Druckanstieg in den Lungengefäßen kommen. Wo Ihre individuelle Belastungsgrenze liegt, können Sie ganz einfach an dem Symptom Luftnot feststellen. Sobald Luftnot auftritt, brechen Sie die körperliche Belastung ab oder reduzieren diese.
Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass ein moderates Ausdauertraining unter Anleitung und Aufsicht eines Spezialisten für Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie gesundheitsfördernd ist.
Grundsätzlich richtet sich die körperliche Belastbarkeit nach Ihrem Gesundheitszustand unter der medikamentösen Therapie.

Bin ich im Berufsleben eingeschränkt?

Je nach Art Ihres Berufes erfordert dieser mehr oder weniger körperliche und psychische Belastung. Diese Einschränkungen sind abhängig vom Krankheitsverlauf.  Sie selbst können am besten beurteilen, wie es Ihnen im Berufsalltag ergeht und ob es eventuell frühzeitig daran zu denken gilt neue berufliche Perspektiven in Erwägung zu ziehen.
Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt, den Selbsthilfegruppen und nutzen Sie bei Bedarf staatliche Hilfen wie Wiedereingliederung, Umschulung, Arbeitszeitverkürzung oder das Schwerbehindertengesetz.

Kann ich auf Reisen gehen und wenn ja, wohin?

  • Sie sollten ein möglichst normales Leben führen und dazu gehört auch das Reisen. Allerdings ist eine gute Vorbereitung unbedingt erforderlich.
  • Besprechen Sie Ihr Reiseziel mit Ihrem behandelnden Arzt
  • Klären Sie ab, ob Ihr Reiseziel über eine ausreichende medizinische Versorgung für Patienten mit PAH verfügt
  • Vermeiden Sie Überanstrengungen (keine Trekking-Touren, kein langes Kofferschleppen, etc.)
  • Vermeiden Sie Sauerstoffmangel, also keine Höhenaufenthalte über 1500 m (in 2000 m herrscht eine geringere Sauerstoffdichte) und Flugreisen nur mit Sauerstoffgabe (der Kabinendruck in Verkehrsflugzeugen entspricht in der Regel einer Höhe von 2500 m)
  • Mitführen von Notfallausweis, Arztberichten, Medikamenten (auch ein vom Arzt verordnetes Antibiotika, falls Sie eine Infektion bekommen)

Darf ich schwanger werden?

Dies kann problematisch sein. Frauen mit einer pulmonalen Hypertonie sollten vor der Planung einer Schwangerschaft mit ihrem Arzt sprechen.
Während einer jeden Schwangerschaft kommt es zu Veränderungen und zu Belastungen des Herz-Kreislaufsystems. Diese können bei Patientinnen mit pulmonaler Hypertonie zur erheblichen Verschlechterung der Krankheitssituation bis hin zum Herzversagen führen. Die schlechte Sauerstoffversorgung der Gebärmutter kann zudem zu Entwicklungsstörungen des Ungeborenen oder zu Fehl- und Frühgeburten führen.
Deshalb wird Frauen, die an einem schweren Lungenhochdruck leiden, von einer Schwangerschaft abgeraten und die Verwendung einer sicheren Verhütungsmethode nahegelegt.

Auf was muss ich bezüglich meiner Lebensweise achten?

 

Ernährung

  • Persönliches Idealgewicht anstreben
  • Mediterrane Mischkost, d.h. viel Obst und Gemüse, viel Eiweiß, wenig Fett und wenig Kohlehydrate
  • Kochsalzarm, Kalium- und Magnesiumreich
  • Wenn Sie sich unsicher bei der Art der Ernährung fühlen, nehmen Sie doch eine Ernährungsberatung in Anspruch - sprechen Sie hierzu Ihren Arzt an

Gewichtskontrollen

  • Wiegen Sie sich jeden Tag zur gleichen Tageszeit und dokumentieren Sie Ihr Gewicht in einen Kalender. Eine rasche Gewichtszunahme kann ein Hinweis auf eine Verschlechterung der Herz- und Nierenfunktion sein

Genußmittel

  • Vermeiden Sie das aktive und passive Rauchen sowie andere Arten des Tabakkonsums (Nikotinersatzmittel oder Kautabak)
  • Vom übermäßigen Genuß alkoholischer Getränke wird einem jedem Menschen abgeraten, moderater Genuß ist gestattet

Ausreichender Schlaf fördert Ihre Abwehrkräfte


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