Behandlung der PAH

Wie bei vielen chronischen Erkrankungen ist eine dauerhafte Heilung der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) derzeit nicht möglich.

Aber...

... Dank des zunehmenden Wissensstandes über die Entstehung und Entwicklung des Lungenhochdrucks in den letzten Jahren kann mit modernen Medikamenten das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Zudem können viele Beschwerden wirkungsvoll behandelt werden, so dass die Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen deutlich verbessert wird.

Wie wird die PAH behandelt?

Allgemeine Therapiemaßnahmen: Meiden größerer körperlicher Belastung, eher körperliche Schonung, Nikotinkarenz, Flugreisen und Höhenaufenthalte nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, meiden zusätzlicher Reize für das Bronchialsystem, Schutzimpfung

Therapie der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH)

Wirkprinzipien Spezifische Therapie
Diuretika Calciumantagonisten
Antikoagulantien PDE-5-Hemmer
Sauerstofftherapie Prostazyklin und Abkömmlinge
  Endothelin-Rezeptor-Antagonisten
  Kombinationstherapie

Wirkprinzipien

  • Diuretika (Entwässernde Medikamente, Wassermittel)
    Bei einer Schwäche des rechten Herzens kommt es zu einem Rückstau des venösen Blutes in den Körper, da die rechte Herzkammer nicht mehr in der Lage ist, das gesamte Blut in die Lunge zu pumpen. In der Folge treten unter anderem Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe, v.a. in den Unterschenkeln) auf. Diuretika schwemmen die angesammelte Flüssigkeit aus dem Gewebe aus und führen zu einer vermehrten  Wasserausscheidung über die Nieren. Dadurch wird das Herz entlastet.
  • Antikoagulantien (Gerinnungshemmer, Blutverdünner)
    Bei manchen Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie besteht eine erhöhte Neigung zur Blutgerinnselbildung. Ihr Arzt entscheidet im Einzelfall, ob eine gerinnungshemmende Therapie mit Tabletten sinnvoll und möglich ist.
  • Sauerstoffgabe
    Da Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie oft unter Atemnot und Sauerstoffmangel leiden kann eine Sauerstofftherapie das Allgemeinbefinden bessern. Die Sauerstofftherapie wird meist in der Klinik eingeleitet und kann zuhause mit entsprechenden Geräten fortgesetzt werden.
  • Andere Medikamente
    Je nach vorliegenden Symptomen und Begleiterkrankungen können weitere Medikamente eingesetzt werden.

Spezifische Therapie

  • Calciumantagonisten (Kalziumkanalblocker)
    Diese Medikamente wirken gefäßerweiternd, senken den Blutdruck und entlasten gleichzeitig das Herz. Sie werden seit Jahren bei Bluthochdruck im großen Kreislauf erfolgreich eingesetzt. Auch bei ca. 10 % der Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie wirken diese Medikamente. Ob ein Patient für dieses Medikament geeignet ist, entscheidet der Spezialist des behandelnden PH-Zentrums.
  • PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer)
    Auch diese Substanzen wirken direkt gefäßerweiternd, insbesondere betrifft diese Wirkung die Lungengefäße.
  • Prostazyklin und Abkömmlinge
    Prostazyklin ist ein gefäßerweiternder körpereigener Stoff, welcher auch künstlich hergestellt werden kann. Ein künstlich hergestellter Prostazyklinabkömmling ist beispielsweise das Iloprost, welches man entweder mehrmals täglich inhalieren kann oder als Infusion verabreicht bekommt.
  • Endothelin-Rezeptor-Antagonisten (ET-Rezeptor-Antagonisten)
    Der körpereigene Botenstoff Endothelin ist bei Patienten mit PAH erhöht und verengt einerseits sehr stark die Lungengefäße, des Weiteren führt es zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebszellen in den Lungengefäßen. Diese beiden Mechanismen führen bei Patienten mit PAH zu einer zunehmenden Verengung der Lungengefäße. Endothelin-Rezeptor-Antagonisten wirken der gefäßverengenden Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Endothelin entgegen.
  • Kombinationstherapie
    Bei manchen Patienten kommt es vor, dass die Wirkung mit einem spezifischen Medikament mit der Zeit nachlässt und / oder sich die Grunderkrankung verschlimmert. In einem solchen Fall wird eine Kombinationstherapie in Erwägung gezogen. Durch unterschiedliche Angriffspunkte der einzelnen Medikamente können zusätzliche Effekte erzielt werden. Diese Therapieentscheidung sollte nur von sehr erfahrenen Spezialisten in PH-Zentren getroffen werden.

 

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